Drüber gestolpert

von pexels @ pixabay

Ach wissen Sie, wenn Sie in einem Leben schon einmal eine komplette Sekte in den Selbstmord befohlen haben, dann brauchen Sie das nicht mehr.

Will sagen, die Verführung durch Macht, durch Selbstblendung kann nur ein Leben anhalten. Später legt sich einem bei dem Gedanken daran, erneut einige Lemminge über die Kante hopsen zu lassen, stets jener fade Beigeschmack eines Leichentuchs über das innere Erleben und man wendet sich in der Regel schleunigst vergnüglicheren Vorstellungen zu. – Seelen vergessen ja so schlecht.

Und in dieser Erkenntnis schlummert leicht erkennbar die Regel Nummer 1 der kontinuierlichen Weiterentwicklung hin zu jenem hellstrahlenden Licht, das von überall aus den Universen angerufen wird.

Nämlich jene Regel, die besagt, daß ein grundsätzliches Festhalten, ein Beharren und sich gemütlich einrichten, jenen belämmernden Stillstand auf so vielen Ebenen mit sich bringt, daß eine Weiterentwicklung sich nach Jahr und Tag nurmehr auf Einrichtungs- und Unterhaltungsfragen beschränkt.

Allein ein Hausbau raubt schon derart viel Entwicklungsschwung, daß über Nacht zu viele Bäuche runder und Bärte ausgeprägter daherkommen. Es bindet, es hält fest. Es beschäftigt. Will unterhalten und ausgebaut werden.

In einer Wohnung läßt man sich kaum derart fest nieder. In der Regel herrschen zu viele Widrigkeiten, die einen weitertreiben. Immer weiter. Und weiter. Hin zur perfekten Wohnung, bei welcher vorne raus das bunte Treiben der Friedrichstraße herrscht, während hinten raus die Ostsee sich erstreckt.

In der weiten und tiefen und hohen Welt der Ideen, des emotionalen Erlebens, der subjektiven Wahrnehmung und der subjektiv getroffenen Auswahl sieht es nicht viel anders aus. Nur läßt sich dieser Bereich nun einmal so schwer greifen, daß so mancher sich angewidert abwendet und alles auf seiner kopflosen Flucht krampfhaft an sich gedrückt hält, was er bis dato irgendwo aufgeschnappt hat.

Traurig? – Für wahr.

Aber was soll man schon groß tun, außer Bäume zu gießen, in ihrem Schatten dankbar zu puzzeln und darauf zu warten, daß der Teig endlich dem Jünglingsalter entreift?

Geruede, mal wieder

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