Über „Die Kunst des Schlafens“

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Kissenberg – Neumatratz – Daunenheim; eigener Bericht

Im Zeitalter der Hyperaktivität, des Multi – Taskings, des Ultrafastfood und flacher werdender Unterhaltungssendungen mit einhergehendem Bluthochdruck, Magengeschwüren und Herzinfarkten ist es schwer, sich dieser kollektiven Hetzerei überhaupt zu entziehen.

Neben einem Leben im Wald oder als Leuchtturmwärter werden gerade Bücher als alternatives Konzept gegen die Zerfahrenheit unserer Zeit gefeiert, denn wer liest, tut nichts anderes mehr. Somit fördert Lesen die Gesundheit, senkt den Bluthochdruck, schützt vor Magengeschwüren, Herzinfarkten, tödlichen Verkehrsunfällen und dient dem Klimaschutz.

Doch vielen Menschen geht das schon nicht mehr weit genug, wenn sie sich nach weiteren Möglichkeiten sehnen, sich noch weiter zu entschleunigen.

Und prompt tritt Phrasenius Löhl nach einem langen Erholungsschlaf mit seinem Buch „Die Kunst des Schlafens“ auf die Bildfläche medialer Aufmerksamkeit. – Und das zu Recht!

Denn wer dachte, Schlafen sei simpel, langweilig oder einfallslos, der wird in „Die Kunst des Schlafens“ eines Besseren belehrt.

Zu Anfang startet das Buch mit einem generellen Überblick über die Bedeutung des Schlafes für diverse untergegangene Hochkulturen bzw. kehrt dessen bisher nicht berücksichtigte Rolle bei der Eroberung der Welt heraus. Sei es zu Fuß, zu Schiff oder auf den Rücken ausgestorbener Untiere.

Wer schläft, der sündigt nicht.“, weiß der Volksmund zu berichten. Und er liegt damit absolut richtig.

Dahingehende Studien haben nämlich eindeutig gezeigt, daß die Verbrechensrate zusammenbricht, sobald alle erst einmal Lesen lernen bzw. selig schlafen.

Darüber hinaus schenkt uns der Autor einen Einblick in den Bereich des ästhetischen Schlafens und stellt dem Leser einige Basisschlaffiguren vor, die sich durch alle Zeiten hindurch äußerster Beliebtheit erfreuten. So zum Beispiel das friedliche Fohlen, bei welchem man auf der Seite liegt und die Arme übereinander gelegt von sich streckt, während sich die Beine in einem lockeren 90° Winkel ausgerichtet ähnlich lagern.

Aber auch provokativere Figuren wie der enthauptete Elefant, der gerade von zwei bis drei Jährigen zur kurzen Erholung bevorzugt wird, werden eingehend beschrieben.

Dabei ruht der Kopf auf der Schlafunterlage, während die Beine angezogen unter dem Leib ruhen, so daß der Popo nach oben gestreckt wird.

Auch zur schmerzfreien Darmentlüftung des Nachts eignet sich diese Schlaffigur besonders, weiß der Autor und passionierter Großwildjäger zu berichten.

Phrasenius Löhl ist aber auch ein praktisch denkender Autor, wenn er mit vergessenen Tipps für heiße Nächte aufwartet und dem geneigten Leser die vergessene Schlaffigur des Seesterns für schwüle Tropennächte ans Herz legt.

Die Kunst des Schlafens“ ist weit mehr als ein Buch über das Schlafen.

Es ist die Offenbarung eines Bereichs menschlichen Lebens und Wirkens, der dem interessierten Leser ein Meer an Möglichkeiten zu künstlerischen Entfaltung während des Schlafens bietet.

Und man sollte bei all dem ja auch nicht vergessen: 78% aller Menschen sterben im Bett, so daß es ebenso zu empfehlen ist, als Schlafästhet zu sterben, wie nur jene Bücher zu lesen, die sich gut auf einem Nachttisch machen. – Nur falls man unerwartet stirbt.

Geruede, Schlafkünstler und Traumwandler

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