Freak out! – For a better world

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@ geralt auf pixabay

Während ich in all meiner Kleinheit jederzeit aus dem Ozean der hiesigen Möglichkeiten profitieren kann und meistens schon an der Qual der Wahl scheitere, geht es bei einem weit größeren Teil um nicht weniger als das nackte Überleben. – Sofern sie die letzte Nacht überstanden haben.

Ein Ringen, ein Strampeln, ein Sammeln und Warten ist das, nur um jenen spiralförmigen Weg doch noch zu entrinnen, der nurmehr weiter nach unten ins Dunkel reicht. Bis dorthin also, wo nichts wartet und nichts mehr gilt.

Keiner will da hin.

Und doch müssen wohl Viele diesen Weg nehmen. Fort von jeglicher Form von Gemeinschaft.

Der unsichtbare Haken eines unterschwelligen Sogs ist durch das schmuddelige Gewebe der T-Shirts gefahren, das sie doch schützen sollen und vereitelt so spielend jeden Ausbruchsversuch.

Ob inmitten gigantischer, hie und da schwellender Mülllandschaften unter einer erbarmungslosen Sonne. Ob nachher bewaffnet durch eine großes, dichtes Grün bei schwüler Hitze unter derselben erbarmungslosen Sonne getrieben. Ob auf der Flucht vor allen durch bitterkalte Ablehnung. Ob sich die Augen mitten in einem endlos erscheinenden Blechdachmeer ein gutes Stückchen weiter öffnen oder die Enge und Trübsal der eigenen Gedanken einen noch spät in der Nacht nach ner Flasche suchen läßt.

Tausend Szenarien. Tausende Formen des Dahinvegetierens und des langsam verloren Gehens.

Tausend und eins. Denn der Slumdog Millionär hat es ihnen allen gezeigt.

Hat sich einfach nicht unterkriegen lassen, der schlaue Hund!

Hat’s allen gezeigt! Den ganzen hochgebildeten Klugscheißern! Ihm von der Gesellschaft gesetzte Grenzen einfach unbeachtet gelassen. Nahm sie nicht als Orientierungsmarke, der gewiefte Hundskrüppl. War dementsprechend ungehörig und dabei noch sehr schlau.

Aber wann, bitte schön, wann zahlt sich das schon einmal so dermaßen füllhornartig aus? Denn Allermeistens springt ja bloß ne Verhandlung dabei raus. Immerhin ’ne Offizielle.

Gewiss, gewiss. Es mag andere geben, die mit ihrem Traumpartner einfach fortrennen. Wie es schon Abertausende vor ihnen taten. Mögen sie dabei Frieden, ein Auskommen und Glückseligkeit auf Immerdar finden.

Doch bin ich bei all meiner erschrockenen Kleinheit nicht jenen gegenüber in der Pflicht, die der zehrenden Scheußlichkeit nackt und verkümmert entgegenschleichen müssen, weil es kein Entrinnen gibt? In der Pflicht nämlich, mein Allerbestes zu versuchen ? – Eben weil es mir so dermaßen gutgeht, während ich hier tagein tagaus am Strand der Möglichkeiten rumfläz‘.

Seilhüpfgleich wieder und wieder über meinen Schatten zu springen, um endlich loszulassen, um der eigenen inneren Freiheit Willen, um das zu beginnen, was ich jetzt noch nicht schaffen kann?

Ich denke doch.

Geruede, steht auf

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