In the name of brain!

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nockewell1 auf pixabay

Während also unser aller Klima und somit die Zukunft unserer Kinder weiter als eine rein juristische Verhandlungsmasse betrachtet wird und der Ausverkauf des Staates aktionistisch großspurig als alternativlose Zukunft vermarktet wird, erhält der Mensch kostenpflichtige Werbeversprechen einer angeblichen Freiheit, während er zeitgleich zum verdächtigen Schmarotzer und Faulenzer mit möglicherweise terroristischen Absichten reduziert wird, der sich gefälligst zu erklären hat.

„Get rich or die trying“ – das Credo einer massenhaft abgehängten Wut, gilt hinlänglich als einzige Möglichkeit, vom Zug in Richtung namenlose Armut abzuspringen und als etabliertes Sprachrohr der Vergessenen doch noch und zur Überraschung Vieler in den Genuß jenes angepriesenen und überhöht gediegenen Luxus einer geldtriefenden 1. Klasse zu gelangen.

Denn erst dann kann man doch wirklich leben. Heißt es.

Doch liegt der Sinn des Lebens wirklich darin reich zu werden? Reich worin?

Genießt dieses gesellschaftliche Idealbild einer wachsenden monitär ausgerichteten Prosperität nicht einfach zu viel Raum in unser aller Leben?

Klar muß ich essen. Gut essen und zwar so, daß der Planet nicht als Folge unserer Nahrungsproduktion langsam abstirbt. Das Gleiche gilt für die Höfe.

Auch kleide ich mich gerne wärmend. Deshalb benötige ich aber nicht gleich fünf Kubikmeter Kleidung.

Oder fünf Meter Schuhe. Nur weil ich gerne gehe.

Ich muß nicht in den Gewässern vor Vietnam herumdümpeln.

Ich muß nicht um den Planeten herumhetzen, um von Urlaub sprechen zu können.

Und was bringt das überhaupt? Denn bevor ich dort wirklich ankommen kann, befinde ich mich doch bereits wieder auf dem Rückflug. Also doch nur die Illusion eines bewegten Lebens?

Unterwegs sein. Dabei sein. Living on the way. Losgelöst. Frei. Unerreichbar? – von wegen.

Zielsicher zu dem, was man will. Was man braucht. Und zwar zu dem Zeitpunkt, der einem entgegenkommt.

Jetzt. Heute. In Zwei Wochen. In drei Monaten und in einem Jahr. Bei voller Erreichbarkeit. Das muß schon sein.

Sei spontan und nimm einen Kredit auf. Sei du selbst und nimm einen Kredit auf. Lebe jetzt und erfülle Dir Deine Wünsche.

Zahlen kannste noch die nächsten fünf Jahre.

Du weißt doch: Haste Schulden biste wer!

Wer da nicht will, der kann doch eh nicht.

Wat mutt dat mutt.

Willste Butter bei die Fische?

Wozu?

Verdirbt doch nur den Fisch.

Genieß den Fisch. Zieh ihn dir rein.

Duch die Nase.

Und die abgeluschten Gräten durch die Ohren wieder raus.

Was is‘?

Ist dein Fisch.

Geruede, angewidert

2 Kommentare

  1. ja, geruede, in vielem gebe ich dir recht und bin auch angewidert.
    aber ich bin auch für das recht und die pflicht zur arbeit und für eine entlohnung, von der man dann auch leben können muss. sechsstundentag bei vollem lohnausgleich – also auf kosten der profite – in ost und west, fordert man da in meinen politischen kreisen… hg dagmar
    achso, wünsche dir und euch eine inspirierende kreuzberger literaturwerkstatt, falls du heute dort bist.

    • Ich sage nur: Max Weber und seine Arbeitsphilosophie am Beginn des 20. Jahrhunderts. Spannendes Thema. Man kann Arbeit auch anders organisieren und auch Entlohnungssysteme schaffen, die sinnvoller sind. Aber das führt hier zu weit. Ich war nicht am Mittwoch.
      bG Geruede

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